Liteville (ab 2007)

Teile-Liste, Gewichte usw. stehen hier

irgendwann im Herbst 2004...

Die ersten Bilder vom Liteville 301 auf der Eurobike 2004 haben mich sofort begeistert, die Tests in veschiedensten Aufbauvarianten in den gängigen Fachzeitschriften immer mehr.

301 Enduro02

April 2007

Im April 2007 bin ich dann auf Alex’ (alias Kompostman) Liteville 301 XL einige Trails im Wiedtal gefahren und war begeistert.

Allerdings hat mich der Preis (immer noch) abgeschreckt: ein adäquater Gesamtaufbau würde vermutlich zwischen 4500 und 5000 € kosten! Dazu kämen dann noch die Kosten für einen Hardtail-Rahmen und weitere nötige “Kleinteile”, um das schöne Liteville nicht bei jedem Wetter zu schnell kaputt zu machen...

Mai 2007

Alex wollte dann aber unbedingt das 2007er Modell (Mk4) mit 130 mm Federweg im Heck haben (gegenüber 115 mm im 2005er Mk2) und hat mir seinen Rahmen mit Rahmenset angeboten. Über einen für beide Seiten akzeptablen Preis wurden wir uns zügig einig, dann fuhr Alex zum BrockenRocken und legte sich dort noch mal mächtig auf’s Ei während ich mit Birgit im Pfälzer Wald die letzten Ausfahrten mit dem Canyon machte, bei dem der Dämpfer schon wieder das Wackeln begonnen hat. Nun begann das Teile suchen. Besonders die Entscheidung für eine zu meinem Fahrstil und Anforderungen passenden Federgabel war ein echtes Problem:

  • preiswerteste Lösung: ich behalte die Marzocchi Marathon XC.
    Vorteil: Kosten, ETA funzt gut
    Nachteile: zu wenig Federweg (120 mm), nicht stabil genug, ich muss mir für das als Zweitrad aufzubauende Hardtail eine neue Gabel kaufen, der existierende Laufradsatz ist von der Felgenbreite her unterdimensioniert, aber macht es Sinn, jetzt einen zweiten LRS mit breiteren Felgen und Schnellspannachsen zu kaufen?
  • Fox Talas 32: leicht, schön, gut
    Nachteile: keine Steckachse, sehr teuer in Anschaffung und Wartung, in Deutschland weitgehend ausverkauft
  • Fox Talas 36: stabil, Steckachse, super Performance (Alex hat die drin), perfektes Verstellsystem
    Nachteile: baut für meine Geschmack in 160 mm etwas hoch, kann aber in der 130 mm Einstellung gefahren werden, extrem teuer, neuer LRS unbedingt erforderlich, teure Wartung, und wie ich später erfuhr: in Deutschland weitgehend ausverkauft.
  • RockShox Revelation: leicht, gute Tests, relativ preiswert
    Nachteile: keine Steckachse, Luftgabel, eigentlich kein großer Fortschritt gegenüber der Marzocchi
  • RockShox Pike: Steckachse, steif, laut vieler Kommentare im Forum vielleicht die beste Gabel für ein All-Mountain orientiertes LV..., relativ preiswert
    Nachteile: schwer!

Bei H+S habe ich mich dann einen Nachmittag im Laden rumgetrieben, es war sehr wenig Betrieb, und wir finden in einem Karton in der Werkstatt ne PIKE Team von 2005 mit Stahlfeder, U-turn, PopLoc... - leichter als das 2007er Modell (leichtere Krone). Nach einigen Telefonaten und Bangen bekomme ich einen Preis genannt: 250 € - gekauft! :D
Bei H+S lasse ich direkt meine Wunschliste für die restlichen Teile liegen, im wesentlichen ein kompletter XTR 2007- Antrieb.

Den passenden Laufradsatz finde ich bei www.bikeStore.cc in Österreich für sagenhafte 359 € (Versandkostenfrei!) - der wird am nächsten Tag direkt bestellt: DT 240s Steckachse mit DT EX 5.1, DT Comp und Messingnippeln, komplett schwarz.

24.05.2007 - der Laufradsatz ist da!

sieht gut aus:

070524 DT 240s Steckachse LRS02

Die Speichenspannung ist in Ordnung und gleichmäßig und auch das Gewicht stimmt:

070524 DT Vorderrad02070524 DT Hinterrad02

25.05.2007: Großeinkauf bei H+S

Das macht Laune: einen kompletten 2007er XTR-Antrieb, die Teile sind wunderschön und leicht, sehr technische Anmutung, ich bin begeistert!

070525 XTR-Gruppe 1

Dazu die Pike 2005 (in die unter Umständen noch härtere Federn müssen),

070525 Pike 

...neue Luftpumpen für Reifen und Dämpfer und 2 Reifensets. Dabei erlebe ich dann zu Hause eine Überraschung beim Wiegen: die Fat Alberts wiegen 710 und 780 g, die Nobby Nic 2,4” 630 und 665 g! Der leichtere entspricht jeweils der Herstellerangabe, die anderen beiden werde ich nächste Woche noch umtauschen gehen.

070525 Pumpen070525 Maxle

26.05.2007: Kleinteile - und kein Rahmen!

ich besorge noch Felgenband und bestelle bei der BikeBox in Derkum meinen Hardtailrahmen (Quantec superlight, schwarz eloxiert).

Mittags mailt Alex, dass sein neuer Rahmen und das Parts Kit noch nicht da ist und er deshalb nicht nach Bonn kommt. Da ich den neuen Steuersatz bekommen soll liegt jetzt ein gestrippter Liteville-Rahmen in Hamburg und 2 Verrückte warten auf die Lieferung...

27.05.2007: Bremse gefunden!

Beim Surfen und Infos für Philipps Transalp-LRS zusammentragen finde ich durch Zufall auf der Seite von Nubuk-Bikes (www.nubuk-bikes.de) ein unschlagbares Angebot: die Louise FR 2006 180/160 komplett v+h für 229 € (+ 5,90 Versand) - wird am 28.05. bestellt. Damit wäre die Bremse für’s Hardtail klar: die bisherige kommt da dran, die neue ans Liteville. Allerdings wird es vermutlich noch eine lustige Entlüftungs- und Leitungskürzorgie geben müssen: ans Liteville sollen zwei gewinkelte Abgänge, an Hardtail zwei gerade. Ich hoffe nur, dass ich den Kleinkram zum kürzen noch bekomme, sonst geht die nervige Auseinanderschneiderei von Maguraleitungen wieder los (habe ich einmal gemacht und gehofft, dass das nie wieder nötig ist).

29.05.2007: Lieferschwierigkeiten bei Syntace...

...aber meinen Rahmen bringt Alex am Wochenende nach Bonn. Dann wird der Steuersatz eben irgendwann mal getauscht!

31.05.2007: ...trotzdem bekomme ich meinen Rahmen

Ich treffe mich mit Alex konspirativ bei H+S und bekomme den Rahmen.
Ich habe unsere Küchenwaage mit und arbeite mich durch die Reifen, dabei treten gigantische Gewichtsunterschiede zu Tage: ich finde Nobby Nics 2,4” zwischen 595 g und 710g, Fat Alberts zwischen 705 und 800 g. Klar, dass ich mir die leichtesten Sätze raussuche. Dazu gibt’s noch ‘nen neuen Sattel für’s Hardtail, womit dafür die Teile außer Rahmen, Vorbau und Lenker auch komplett wären.
Nachmittags wird schonmal 2 1/2 Stunden geschraubt, abends geht’s weiter, etwas Feinschliff am Freitag und das Liteville ist bereit für seine Probefahrt!

PICT3226PICT3227

während des Aufbaus: Anfang...                                   ...und fast fertisch!

Schwierigkeiten gibt’s keine gravierenden, die Zugverlegung ist einfacher als erwartet, die Originalbremsleitung passt, vorne ist sie eher etwas kurz, weil die Gabel so hoch baut (später merke ich, dass ich die Leitung nur vor die Gabelbrücke legen muss und die Länge dann ausreicht). Die Tretlagermontage des neuen XTR-Lagers ist wesentlich komplizierter als die von LX oder XT-Lagern, Ansonsten ist es immer wieder eine Freude, mit hochwertigen neuen Teilen ein Rad aufzubauen!

...isses nich wunderwunderschön?!

PICT3247

PICT324102P1070934_Bremsleitung_RWS_400x30002

Kommandostand mit PopLoc                                           Bremsleitungsverlegung hinten (mit 160er Scheibe, aktuell
                                                                               (3/08) ist eine 180er Scheibe verbaut, die Leitung lässt
                                                                               sich dann noch besser verlegen, Bild
hier!(mit einer kleinen                                                                                  Bohrung und Kabelbinder) und DT-Swiss RWS thrubolt

PICT324302PICT325202

Steckachse mit Nabe                                                    XTR-Antrieb

PICT324902Umlenkhebel

Antrieb hinten: Schaltwerk mit RockGuard                     Dämpferanlenkung und Umlenkhebel

02.06.2007 erste Ausfahrt

Ich drehe eine große Explorer-Runde durch Steinbachwald über Arloff und Wachendorf zu den Katzensteinen und über den Billiger Wald zurück nach Euskirchen. Dabei gibt es noch mehrere technische Halts, unter anderem wird der Lack an der Bremsaufnahme der Gabel mit den Taschenmesser abgekratzt, die Scheibe schleift aber immer noch leicht (ist dann mit geduldigem Schmirgeln tags drauf komplett beseitigt worden).

Aber viel interessanter ist die Frage, wie das Rad fährt: ich war ja ein wenig beunruhigt, weil ich so viel Geld ausgegeben habe, obwohl ich ein gutes und voll funktionsfähiges Rad hatte. Aber was soll ich sagen:

Das Liteville kann alles besser als das Canyon:

  • die Sitzposition ist trotz genau abgemessener Geometrie und Abstände eine ganz andere: ich sitze im Rad und nicht mehr auf dem Rad (obwohl das Tretlager höher ist!),
  • trotz etwas höherem Gewicht ist es auch mit nicht abgesenkter Gabel (120 mm, also mittlere Einstellung) besser steigfähig, die Traktion bleibt bei kaum vorhandener Aufbäumtendenz gewaltig,
  • bergab ist das Teil der Knaller, ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht zu schnell werde, weil die Bremsleistung natürlich nicht wesentlich besser geworden ist,
  • Steilstufen sind kein Problem, die größere Tretlagerhöhe und zusätzlich die Option mit dem Poplock die Druckstufe zu blockieren ermöglichen größere Höhen,
  • schnelle Wurzeltrails werden teppichartig weggeschluckt, trotzdem gibt es genug Rückmeldung,
  • schnelle Schotterkurven können aggressiver angefahren werden, das Verhalten im Grenzbereich ist wesentlich kontrollierbarer, mir sind dreimal beide Räder weggerutscht und es hat immer Spaß gemacht ;)
  • Springen ist auch viel besser: kleinere Drops (40-50 cm) ins Flache fühlen sich so an, als würde man von der Bordsteinkante springen, bei weiten Sprüngen liegt das Rad ruhig und kontrollierbar in der Luft.

Fazit: obageiel !!! :D

PICT324402

So sieht’s übrigens nach 3 Stunden artgerechter Haltung in den Nordeifelwäldern aus:

artgerechter Einsatz2

alle Teile mit Gewichten und Kommentaren finden sich hier

Nachdem ich mich auf den ersten beiden Touren mit zunehmend unsäglichen Geräuschen rumgeärgert hatte und schon den Gedanken eines Fehlkaufs hatte machte ich am 9.6. frühmorgens eine komplette Tretlager De- und mit viel Fett Neumontage (viel Fett bedeutet wirklich viel Fett: es muss überall rausquellen!) Und siehe da: 98% der Geräusche sind weg!!! So macht es erst richtig Spass.
Jetzt wird nur noch die Bremsleitung mit einem Kabelbinder in einem Loch im Ausfallende etwas weiter von der Bremsscheibe weggezogen und das Flaschenhalterproblem muss ich lösen, dann kann der AlpenX kommen!
Am Tag vor dem Start in die Alpen bekomme ich eine härtere Feder (“firm”) für die Pike und wechsle diese.

August 2007

Mittlerweile habe ich 1200 km mit dem Liteville zurückgelegt und bin nach wie vor begeistert. Die Tendenz der Jungs aus dem Forum zu wesentlich extremeren Gabeln kann ich nicht ganz nachvollziehen, für mich ist die Harmonie zwischen der Pike und dem Hinterbau optimal. Mit der härteren Feder nutze ich in der Eifel in der Regel vorne und hinten 2/3 des Federwegs, in den Alpen alles. Insofern meine Empfehlung, eine Feder weicher einzubauen, als RockShox vorsieht (die Original “medium”-Feder ist bis 73 kg, die “firm”-Feder bis 80 kg. Ich müsste also eigentlich die “extra-firm” fahren, habe die “firm” aber noch nicht zum Durchschlagen bekommen bei 85 kg und AlpenX-Rucksack)!

Ärgerlich sind nach wie vor die Geräusche: Nachdem ich vieles mit Montagepaste nochmal neu montiert habe entstehen nach einiger Zeit auf Tour wieder Geräusche beim schnellen Einfedern (Wurzeln, Spurrillen), ich habe den Sattel im Verdacht und werde diesen mal testweise wechseln.

Diese Seite ist jetzt unter “Fahrer-Tests” auf der Liteville-Seite verlinkt, hat mich sehr gefreut!
http://www.liteville.de/t/22_76.html

Ende August

Vor dem “RuEU goes Ahrtal rocken!” hab ich nach Michis Anleitung auf Torstens Mountainbikepage mal den Umlenkhebel komplett gelöst, gesäubert und gefettet wieder eingebaut - und endlich ist das Liteville still! Jetzt macht nur noch der Antrieb Geräusche, die sich aber merkwürdigerweise durch einen Bremsbelagswechsel hinten auch verflüchtigen.

IMG_1367

(Foto von Conzi www.xalps.de)

Auf der Ahrtour fahre ich das erste Mal im schönen neuen Liteville-Trikot, ein Superteil! Schön, aber vor allen Dingen hervorragende Stoffqualität: zwar extrem dünn und dadurch sicher nicht besonders robust, aber es trägt sich sehr angenehm und sorgt für einen perfekten Wärmehaushalt (Hersteller ist Sugoi).

Mit dem Liteville fahre ich ALLE Angststellen des letzten Jahres ohne Schweißausbrüche: Leute: wenn ihr euch ein Liteville holt baut es für Gröberes auf als ihr bisher fahrt: ihr werdet’s brauchen :D !

Oktober 2007

Ich beginne mit dem Liteville mit gezieltem Fahrtechniktraining in der Halle vom RSV Euskirchen in Obergartzem, das Radist auch für sowas sehr geeignet. Es fehlen hierfür nur Flats und ein Rockring sowie Schienbeinprotektoren.

Und: es ist still! Nach sehr sorgfältigem Kupferpasteneinsatz am Tretlager hat es noch ein Wochenende weitergeknarzt, dann ist es aber bis auf übliche tolerierbare Geräusche verstummt. Endlich!

November 2007

So, für den Mountainbike-Workshop bei den Projekttagen des GAT, Techniktraining beim RSV und den Harz am ersten Adventswochenende, wenn Komposters Sau eingeritten wird, wurde das Liteville einer kleinen Umbauaktion unterzogen:

LV Enduro Kurbel 400x300

  • die Kurbeln wurden durch LX-HTII Kurbeln ersetzt, die noch im Keller lagen (so kann ich schnell auf das alte Setup umbauen: einfach Kurbelgarnitur komplett wechseln), an der Kurbel sind
    • Flats (Shimano DX PD-MX 30 - die Lagerqualität der Shimano-Pedale ist einfach überzeugend!)
    • ein 22er Stahlblatt und
    • ein 36er TA-Alu-Blatt verbaut, dazu
    • ein fetter Bashguard aus Polycarbonat von FSA,
  • dazu der Fat Albert SnakeSkin 2,35”,
  • sixsixone-Protektoren und
  • die neuen Shimano FR-Schuhe SH-MP 90.

das Rad wiegt in diesem Aufbau immer noch unter 14 kg. Nicht schlecht wie ich finde!

Die Geschichte geht hier weiter...