TransAlp 2005

Gries am Brenner – Bozen

Auch dieses Jahr waren wir wieder in den Alpen: Bruder Christoph, Schwager Andi, Kollege Heinz,  Sohn Philipp und ich. Unsere Tour führte uns teils auf bekannten Wegen durch Andi und mir gut bekannte Gebiete: Vom Brenner Richtung Fanes-Nationalpark, diesmal sollte die Sella nördlich umrundet werden, weiter Richtung Pasubio und nach Rovereto war die Planung. Die Route vereinte Wege, die wir besonders schön fanden (Fanes-Alpe, Kaiserjägerweg) mit solchen, mit denen wir noch eine Rechnung offen hatten (Pfunderer Joch) und einigen, die schon mal geplant waren, dann aber aus verschiedenen Gründen doch nicht in Angriff genommen worden waren (Brennergrenzkammstraße). Offen war, wie weit wir fahren würden, die ursprüngliche Planung sah für die gesamte Strecke 8-10 (Fahr-)Tage vor, es war aber nicht abzusehen, wie viel wir pro Tag tatsächlich schaffen würden (und wie lange die Lust reicht!).
Das zweite große Wagnis der diesjährigen Tour war unsere Gruppe: von einem gut eingespielten Zweier-Team auf fünf aufzustocken könnte das erste Problem werden. Andere potentielle Unwägbarkeiten waren, dass die drei anderen noch nie mit dem Rad in den Alpen waren und die Bandbreite im Alter: wir waren zwischen 14 und 52 Jahren alt!
Soviel sei verraten: Es hat phantastisch geklappt, die Gruppe hat hervorragend harmoniert: kein Stress, jeder hat auf jeden geachtet und gewartet (nie zu lang).
Die ganze Route haben wir aber nicht geschafft, sondern haben nach 6 Tagen „abgebrochen“ – dazu am 6. Tag mehr.
 

Tag 0.1: Do 7.7.05:  Anreise Euskirchen - Reutlingen
Tag 0.2: Fr 8.7.05: Reutlingen - Mittenwald (Camping Isarhorn)

Tag 1: Sa, 9.7.05: Gries am Brenner - Sattelberg - Brennergrenzkammstraße - Enzianhütte
Tag 2: So, 10.7.05: Enzianhütte - Schlüsseljoch - Pfundererjoch - Weitental
Tag 3: Mo, 11.7.05: Weitental - Kronplatz - Enneberg
Tag 4: Di, 12.7.05: Enneberg - Limojoch - Col Locia - Corvara
Tag 5: Mi, 13.7.05: Corvara - Grödner Joch - Rif. Dialer
Tag 6: Do, 14.7.05: Rif. Dialer - Mahlknechtsjoch - Karer Pass - Bozen

Statistik

Strecke

Fahrzeit

Zeit ges.

Hm

Hmax

Vmax

V

Temperatur

41,87

3:49:40

6:59:40

1940

2113

46,8

10,94

12-20°C

38,20

3:41:00

7:24:16

1607

2566

63,0

10,41

4-17°C

51,54

4:36:00

8:17:26

1682

2019

50,4

11,22

12-22°C

47,21

3:44:40

7:27:07

1390

2146

52,2

12,63

17-28°C

32,35

3:07:20

6:40:30

1489

2138

46,8

10,07

21-28°C

70,94

4:00:40

7:10:59

927

2188

73,8

17,69

25-38°C

282,11

22:59:20

43:59:58

9035

2566

73,8

12,27

 

 

 

Tag 1: Sa, 9.7.05: Gries am Brenner - Sattelberg - Brennergrenzkammstraße - Enzianhütte

42 km / 1950 Hm

Zum (frühen) Frühstück (7 Uhr) erscheint Andi auf dem Camping-Platz, und wir sind endlich komplett. Ich werfe sogar kurz die Wohnwagenheizung an, weil’s ziemlich frisch ist, Heinz kocht uns lecker Cappucchino. Der WW wird noch was aufgeräumt und geparkt, wir dürfen ihn die 5 Tage nicht auf dem für anschließend reservierten Platz stehen lassen, auch wenn wir diesen bezahlen würden (???) - egal.
Um 9 fahren wir nach Mittenwald, vier Räder auf dem Dach, Rucksäcke im Kofferraum, dort packen wir Andis Rad noch oben auf die Rücksäcke und parken seinen Toaster (
Subaru Libero) auf dem großen Parkplatz (der ist mittlerweile extra als TransAlp-Parkplatz ausgewiesen!).
Mit dem Auto fahren wir weiter nach Gries am Brenner, wo wir am Ortseingang einen offenbar freien und nicht bewirtschafteten Parkplatz finden. 11.15 startet unser diesjähriger TA! Doch halt: erstmal was einkaufen...
Auf der Straße fahren wir bis Vinaders, auf Schotter zur Sattelbergalm. Hinter der Alm überholen wir einen 5er Trupp blauer Deuter-Rucksäcke, die uns kurze Zeit später von der Idee abbringen, unserem Roadbook zu folgen und zum Freiwild für den gefährlichen
Bauern vom Sattelberg (zum 3. Tag scrollen!) zu werden. Stattdessen schieben wir den im Frühjahr vom Almbauern der Sattelberg neu angelegten Pfad auf den Sattelberg, fast 500 Hm, die wir nicht als Schiebepassage eingeplant hatten. Dafür fällt auf dem Sattelberg (2113 m) eines der ganz seltenen Gipfelphotos ab!
Nach Übersteigen des Stacheldrahtes (=Grenze) liegt vor uns die berühmte Brennergrenzkammstarße: von Mussolinis Gebirgsjägern in den 20ern und 30ern gebaut windet sie sich an Forts entlang auf über 2000 m Höhe in einem stetigen Auf- und Ab am Hang entlang. Es ist kalt, wir sind teilweise hungrig, es ist aber ziemlich ungemütlich, so machen wir nur eine kurze Pause. Nach den schön versteckten 200 Hm auf der Grenzkammstraße fahren wir Richtung Brenner-Bundesstraße auf den breiten Schotterwegen ab - und Chris fährt auch sofort platt: der erste Snake-Bite der Tour. Ich feixe, weil ich nicht der erste mit meiner Lieblingspanne bin, aber die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott ja bekanntlich sofort: ich fahre auf der Abfahrt sagenhafte dreimal (!) platt (so ungefähr alle 150 Hm). Die unkomfortable Heinz-Therapie hilft dann den Rest der Tour: er knallt mir und Chris (gefühlte) 7-8 bar in die Reifen - so sind wir vor Durchschlägen geschützt. Dafür wird Philipp so schon am ersten Tag der schnellste Abfahrer.
Vor der Brenner-Bundesstraße geht’s noch durch drei unbeleuchtete Tunnel mit Schotterweg und ungewissem Untergrund. Philipp ist mutig und wir fahren dann einfach seinen leuchtenden Reflektorstreifen hinterher.
Nach einem kurzen Stück Brennerstraße müssen wir “nur noch” 600 Hm auf Schotter zur
Enzianhütte rauf. Philipp ist ziemlich fertig und hat gar keine Lust mehr, wir anderen haben wenig, trotzdem schaffen wir die Auffahrt mit einigen Pausen und Müsliriegeln und teils ein bisschen Schieben. Heinz ist schon vorgefahren, hat heute das kleine Blatt nicht benutzt (Philipp, Chris und ich sind auch längere Passagen im ersten Gang gefahren!) und wird damit endgültig in “Heiz” umbenannt, er testet für uns schon mal, ob das Bier ok ist.
Es wird ein schöner Hüttenabend: Backerbsensuppe, Tiroler Tris (drei Sorten Knödel), Bier, Spezi und Spuma sowie ein Kaiserschmarrn für Philipp runden den Abend ab.

t090705

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Tag 2: So, 10.7.05: Enzianhütte - Schlüsseljoch - Pfundererjoch - Weitental

38 km / 1600 Hm

Heute steht die Königsetappe auf der Agenda: nicht nach Höhenmetern, sondern nach Schwierigkeit und Passhöhe: das Schlüsseljoch als Aufwärm- und Fingerübung, dann der ewig lange Anstieg im ersten Gang zum Pfunderer Joch, die schwierige Trail-Abfahrt - das ganze garniert mit kühlem, diesigem Wetter. Aber langsam...

Nach einer gut durchschlafenen Nacht im Lager sitzen wir schon um sieben Uhr am Hüttenfrühstück, um halb neun geht’s los. Zum Schlüsseljoch ist das erste Stück noch fahrbar, dann kommt ein auch wegen dem sehr schönen Weg gut erträgliches Schiebestück. Oben angekommen werden Klamotten umgestellt, es ist noch sehr frisch, Philipp stellt fest, dass der platt geschoben hat! Als Philipp fertig geflickt hat merkt Chris, dass er einen Schnitt in der Reifenflanke hat. Mit einem von innen aufgeklebten Flicken und einer Müsliriegelverpackung wird auch dieser Schaden behoben: das hält! (uns insgesamt 45 min auf).
Die Abfahrt ist problemlos, teils sehr schön, überwiegend mäßig verblockte breite Schotterwege, die sich in großen Serpentinenbögen den Hang hinunterwinden: für jeden Geschmack etwas.
Die Auffahrt zum Pfunderer Joch ist Andi und mir
bekannt, 1200 Hm 1. Gang oder schieben. Ich bin gut drauf, fahre 1000 Hm ohne aber Heinz Schiebetempo beihalten zu können. Die anderen schieben unterschiedlich viel, nach der Bachüberquerung aber fast alles. Es wird immer kälter, nieseliger, wir ziehen nach und nach alles an, was der Rucksack hergibt. Am Joch zeigt das Thermometer nur noch 3°C an, die “Fern”sicht beträgt etwa 20 m. Aber trotzdem haben an diesem Tag mindestens noch vier weitere Gruppen das Joch unter die Räder genommen, so dass wir uns von einem anderen Radler auf dem höchsten Punkt der Tour (2568 m) fotografieren lassen.
Die Abfahrt begeistert trotz Nässe wie vor zwei Jahren - bis ich vor einer steilen Serpentinenkurve mit dem Vorderrad einloche und einen Salto über den Lenker schlage. Die gesamte Verzögerungsenergie fange ich geschickt mit dem Kinn ab: Schürfungen und zwei Platzwunden am Kinn, ein leichter Brummschädel, ein Gefühl, als sei der Kiefer 2 cm in den Schädel geschoben.
Nach dem Schock schieben wir alle das letzte Stück des steilen Trails, während ich den Weg mit meinem Blut beträufle, mit zittrigen Knien rolle ich durch die Wiese zur Weitenbergalm. Dort will man uns schon einen Helikopter rufen, schnell sehen wir, dass wir weiterkommen: zügige Abfahrt nach Pfunders, auf der Suche nach einem Arzt fällt bei meinem Anblick die nächste Wirtin fast in Ohnmacht, telefoniert aber für uns und lässt dann ausrichten, dass der diensthabende Notarzt mich nicht behandeln will: ich soll nach Brixen ins Krankenhaus fahren.
Zum Glück hat die uns gut bekannte
Pension Hofer in Weitental 2 Zimmer für uns, ich dusche, tropfe dabei weiter vor mich hin, mit dem Taxi fahren Chris, der mich netterweise begleitet, und ich nach Brixen. Dort werde ich geröntgt - nix gebrochen! - und die Wunden werden genäht, nachdem ich eine schmerzhafte (Teil-)Rasur über mich ergehen lassen musste. Leider kam die Krankenschwester erst nach einigen Versuchen der Trockenrasur mit einem Einmalrasierer auf die Idee, dass die Betäubung für’s Nähen auch bei der Rasur hilfreich sein könnte. Nach 45 min (!) sind wir wieder aus dem Krankenhaus und kommen pünktlich vor dem Abendessen in der Pension wieder an.
Immerhin geht’s so gut, dass ich mich mit Bier und Pfeife auf den Balkon setze, sicherheitshalber habe ich nicht gefragt, ob Alkohol und andere Drogen verboten seien...
Nach leckerem Abendessen (Spaghetti Bolognese, Salat, gegrilltes Rindersteak mit Bratkartoffeln, Mousse au Chocolat mit Erdbeersauce) gehen Andi, Heinz und Chris auf’s Dorffest, Philipp geht Fernsehgucken. Ich lege ich mich sofort ins Bett und bekomme den schon erwarteten heftigen Schüttelfrost- und Fieber-Anfall, schwitze das Bettzeug von allen Seiten gründlich durch, schlafe aber auch ohne Aspirin einigermaßen.

t100705

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Tag 3: Mo, 11.7.05: Weitental - Kronplatz - Enneberg

52 km / 1620 Hm

So, heute steht ein berühmter Berg auf unserem Programm, den wir schon zweimal nicht angefahren haben: der Kronplatz. Beide Male haben wir andere Mountainbiker getroffen, die unsere damalige Routenwahl eher verständnislos kommentierten, also sind Andi und ich entsprechend gespannt. Aber langsam und von vorne:

So schlecht meine Nacht war, so schlecht beginnt der Tag: es regnet. Regenklamotten komplett anziehen, das dauert, als wir damit fertig sind hört es auf zu regnen, trotzdem verlassen wir unsere Pension in voller Regenmontur - auf den Rädern werden wir nur noch von unten (Spritzwasser) nass... 5 km weiter kaufe ich in Niedervintl in der Apotheke das verschriebene Antibiotikum, wir ziehen das Klamottengerödel wieder aus und fahren auf Asphalt bei zunehmend besserem Wetter ins Pustertal, auf Rad- und Wanderwegen die Rienz hinauf bis Moos. In Ehrenburg bewundern wir einen tollen Zaun, der dort gerade entsteht: aus gespaltenen Fichtenstämmen und auf Feuer geschmeidig gemachten Fichtenzweigen.
Von Stephansdorf fahren wir 1000 Hm auf den Kronplatz (den wir nicht ganz erklimmen), auf 1400 m machen wir Mittag. Mehr und mehr quälen wir uns alle, auf der Höhe wird es ziemlich frisch, Wolken ziehen auf, es regnet aber den Rest des Tages nicht mehr richtig.
Das ist bei dem nun folgenden Traum-Trail auch ein Glück! Kurz vor der Skistation biegen wir auf einen kaum sichtbaren Wanderweg rechts bergauf ein, etwas schieben, dann geht’s los: zunächst zieht er sich als wurzeliger Singletrail auf der Höhe entlang, dann zunehmend steiler durch den Wald bergab. Insgesamt mehr als 5 km Singletail vom Feinsten, dann noch weitere 5 km schnelle Schotterabfahrten mit High-Speed Passagen und auch einem Steilstück - Klasse! Chris, Philipp und ich haben extrem viel Spass, Heinz ist kaputt und schiebt deshalb auch einiges bergab.
Nun nur noch 150 versteckte Höhenmeter nach Enneberg, und wie erwartet quälen die noch mal richtig. Insbesondere, als ich darauf bestehe, dass wir dem Roadbook und Wanderweg folgen und ein schwachsinniges Stück genau parallel zum vom Trail erahnbaren, aber nicht erreichbaren Schotterweg durch einen von Kuhfladen völlig bedeckten Trail schieben, an Fahren ist nicht zu denken! Die Übeltäterinnen stellen wir zwar am Ende des Weges, aber Räder und Schuhe sind richtig schön eingesaut.
In Enneberg machen wir in einem Gasthof Quartier, obwohl dieser Chris zunächst zu teurer ist. Als wir aber mit Panorama-Postkartenblick im sog. “Solarium” sitzen und die letzten Sonnenstrahlen auf unsere Biere scheinen lassen ist die Welt schon richtig schön, um dann kurz später von einem tollen Essen noch weiter aufgepimpt zu werden:

Riesenschüssel Salat (zum selber anmachen)
Spaghetti Bolognese / Napoli (P)
Schweineschnitzel natur mit Paprika und Bratkartoffeln (P: Käseomelette)
Eis

Sehr satt gehen “die Großen” noch einen kleinen Verdauungsspaziergang machen, Philipp schreibt SMS und hört Musik.

Ein toller TransAlp-Tag wie aus dem Bilderbuch, der Kronplatztrail lohnt sich wirklich, wenn auch die Auffahrt und die nötigen km nach Enneberg nicht so der Bringer sind.

t110705

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Tag 4: Di, 12.7.05: Enneberg - Limojoch - Col Locia - Corvara

47 km / 1390 Hm

Um kurz vor sieben fallen wir kollektiv aus den Betten: die Glocken der Dorfkirche läuten in gefühlten 10 m Entfernung. Kurzer Weiterschlaf-Versuch, 7.08 Uhr: erneutes Läuten, das wiederholt sich um 7:20 Uhr: wir geben auf und gehen zum Frühstück (das reichhaltig und lecker ist, mit Eiern aus dem elektrischen Eierkocher - ein besonderes Erlebnis).
Philipp hat um einen “Ruhetag” gebeten, so dass wir statt über Ritjoch und Grödnerjoch die Genusstour durch das Faneshochtal über Limojoch und Col Locia nehmen wollen.
Auf Asphalt geht’s nach S. Vigil, dort kaufen wir Lebensmittel, Verbandszeug für mein Kinn, Batterien für Heinz Tacho und Geld. Zur Pederü-Hütte rollt es sich fast von selbst, dort sind wir alle schön warm, das Wetter ist klasse, Bananenpause an der Hütte.
Die Auffahrt zur Faneshütte dauert dann wieder mal ca. eine Stunde, mal wieder traumhaft schön, dort kehren wir bei schönstem Wetter (optisch! - es ist ziemlich kalt) ein, 3x Speckknödelsuppe, Gemüsesuppe für Heinz und Kaiserschmarrn für Philipp, Spezi und Mengen eigener Vorräte.
Um 13 Uhr brechen wir zum Limojoch auf, der Weg über die große Fanesalpe begeistert wieder, traumhafte Panoramen und kilometerlanges Trailsurfen auf der Höhe. Der Abstieg vom Col Locia zunächst zu Fuß, dann fahren wir mehr oder weniger viel. Chris ist mutig und legt sich hin, einige heftige Abschürfungen am Bein, sonst ist zum Glück nichts passiert. Trotzdem ein rundum gelungener Weg, Philipp ist begeistert, er fährt schnell und sehr sicher.
Auf Asphalt und Schotterradweg nach S. Kassian, Heinz hat zweimal das Vorderrad platt, wahrscheinlich wegen eines Lochs im Mantel, wir flicken mit unser Spezialtechnik (Müsliriegelverpackung und Flicken - dazu mehr
morgen!). Am Gaderer Bach entlang jagen wir über Schotter, dann nur noch 4,5 km mit 3% Steigung nach Corvara - die sich als Dumm-Sau-Stück entpuppen: Steilstücke rauf und runter inklusive.
Corvara ist sehr teuer, wir fahren noch fast 150 Hm durch den Ort bis wir eine einfache Pension für 42 € HP finden (in der Hochsaison kostet das Bett hier 70 €!). Ich nehme mir erstmals seit 15 Jahren den Bart ab, da ich ab morgen nur noch mit einem Pflaster fahren will. Fühlt sich richtig nackt an und frisch um’s Kinn!
Abendessen:
Spinatravioli
Salatbuffet
Kalbsschnitzel mit Käse überbacken, Bratkartoffeln und grüne Bohnen
Nachtisch nach Wahl (Kuchen etc.)

Ulle verliert heute die Tour - zumindest aber 2 min beim Aufstieg nach Courchevel.

t120705

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Tag 5: Mi, 13.7.05: Corvara - Grödner Joch - Rif. Dialer

32,4 km / 1490 Hm

Heute erwartet uns ein weiterer Panorama-Tag: Sella nördlich umrunden, entlang Langkofel und Plattkofel, ...

Nach einem sehr guten Frühstück (bis auf eine Plörre, die den Namen Kaffee nicht verdient - was aber die Hälfte der Truppe nicht stört...) starten wir bei traumhaftem Wetter: kurzer Einkauf, dann auf Schotter am Bach entlang zwischen Sella-Stock und der Passstraße (coooles Wort ;) zum Grödner Joch. Irgendwann verlieren wir die Stanciu- Route und schieben 150 Hm auf einem sehr steilen, aber schönen Wanderweg weiter bergauf. Es fehlen schließlich noch 300 Hm auf Asphalt zum Grödner Joch und Chris hat platt gefahren: Die Müsliriegelverpackung hat sich durch den Schlauch gescheuert, die Zacken des Verpackungsrandes sind deutlich zu sehen. Also nehmen wir vorsichtshalber auch bei Heinz die Packung aus dem Reifen.
Vom Grödner Joch führt ein sehr schmaler und mäßig steiler Wiesenpfad Richtung Wolkenstein. Philipp fliegt über den Lenker, als er einer Regenrinne ausweichen will und prellt sich die rechte Hand. Im Wald kommt dann ein richtiges Steilstück (Durchschnittsgefälle: 21%), kurz vorher macht Andi aber noch einen Spezial-Abgang, leider ohne Zeugen: Er durchfährt eine schmale (15 cm) Schlammpfütze, die wir anderen alle intuitiv umfahren haben - und sein Vorderrad versinkt völlig unerwartet in den Fluten. O-Ton des Betroffenen: “Gedankenschnell warf ich meine Beine nach vorne und grätschte elegant über den Lenker in den Stand (mit Nachhoppeln)” (Das hätte zwar zu leichten Abzügen in der B-Note geführt, aber wir konnten Andi nicht überreden, den Stunt für uns zu wiederholen.)
Das Steilstück meistern wir sauber, nicht jeder fährt alles, Philipp ist aber wieder sehr stark.
Hinter Wolkenstein geht’s erst steil bergauf, dann in einer schönen Trail-Achterbahn am Hang entlang durch den Wald. Wir pasieren den vermutlich kleinsten Golfplatz der Alpen, Mittag machen wir mit Aussicht ins Tal zwischen Blumen, dann weiter bergauf auf breiten Schotterwegenzum Passo Duron. Der Weg führt durch traumhafte Dolomitenpanoramen, wird aber immer steiler, so dass wir die letzten 100 Hm schieben.
Es ist noch nicht 1/2 4, so beschließt Chris abzufahren, um am nächsten Tag seine Familie in Mittenwald auf dem Camping-Platz in Empfang zu nehmen. Wir lassen uns vom Panorama so beigeistern, dass wir auch nicht weiterfahren, sondern im Rifugio Dialer bleiben: eine gute Entscheidung! Das Abendessen nach einem kleinen Spaziergang zu den Rosszähnen ist hervorragend, das Panorama aus dem Speisesaal mit Alpenglühen auf dem Plattkofel grandios.

Schinkenplatte
Salatbuffett (mit eingelegten Gemüsen und elektrisch betriebener Pfeffermühle mit eingebauter Beleuchtung)
Kartoffelnockerl mit Tomatensauce
Schweinefilet mit Gorgonzolasauce
Schokopudding

t130705

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weiter unten geht’s weiter!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 6: Do, 14.7.05: Rif. Dialer - Mahlknechtsjoch - Karer Pass - Bozen
(+ Supplement: Brennerbad - Innsbruck / Mittenwald - Campingplatz)

70,9 km (+ 44,6 km) / 930 Hm

Um viertel vor neun nehmen wir nach einem guten Frühstück die 50 Hm zum Mahlknechtsjoch/Passo Duron (2187 m) unter die Räder bzw. Schuhe, dann beginnt der Tag sofort mit einer ganz netten und langen Abfahrt durch das landschaftlich traumhafte Duron-Tal: erst steiler Schotter, dann ewig lange nur schwaches Gefälle. Das letzte Stück auf Asphalt ist dann noch mal ärgerlich steil: sinnloses Vernichten wertvoller Höhenmeter. In Campitello sind wir dann richtig in Italien angekommen, es ist warm und Häuser und Menschen sehen sehr italienisch aus. 15 km fahren wir auf Schotter und Radwegen nach Moena (1226 m), immer am Bach entlang und stetig bergab.
In Moena suchen wir etwas nach dem Einstieg in den Wanderweg zum Karerpass (1745 m). Zunächst recht steil und fahrtechnisch nicht einfach geht es in der prallen Mittagssonne bergan, Philipp schwächelt merklich, kann sich nicht mehr motivieren. 200 Hm unterhalb des Passes machen wir Mittag, aber die Waldwege ziehen sich danach genauso zäh weiter den Berg hoch. Passphoto, dann geht’s an einem schicken
Gran Hotel Carezza vorbei und im stetigen Auf und Ab auf breiten Forststraßen am Hang entlang Richtung Obereggen.
Wir werden immer langsamer, bis ich Philipp in Obereggen vor die Wahl stelle, entweder Quartier zu machen, und einen Pausentag einzulegen, noch übers Reiterjoch zu fahren und morgen evtl. Pause zu machen oder die Tour zu beenden. Nach kurzer Überlegung fällt die Entscheidung sehr eindeutig aus: Er will die Tour beenden und zurückfahren.
Ich will mich schon von Andi und Heinz verabschieden und ihnen meine Karten geben, da entscheiden die beiden, dass sie mit zurück fahren: “Wir haben so viel schon erlebt, eigentlich sind wir satt!”
Also suchen wir uns (ohne Karte!) einen Weg nach Bozen - das ist eine ganz rasante Abfahrt von 1200 Hm, vor Bozen durch eine absolut beeindruckende Schlucht. Mit der Aussicht, dass es nach Hause geht ist Philipp wieder hochmotiviert und macht immer wieder die Pace.
Wider Erwarten sind wir schon um 14 Uhr in Bozen, kaufen Fahrkarten für den nächsten Zug um 16 Uhr, essen Plätzchen, ich gehe mit Heinz noch einen Kaffe trinken. Dann Zugfahrt auf den Brenner. Der “Anschlusszug” dort würde uns eine weitere Wartezeit eintragen und wir wären erst deutlich nach 20 Uhr in Innsbruck - das können wir per Rad schneller! Also nehmen wir die gut 40 km nach Innsbruck unter die Räder und erwischen dort noch so gerade den letzten Zug des Tages nach Mittenwald. Der zockelt gemütlich aus dem Inntal steil nach oben, durch Tirol, wir überreden die Schaffnerin, uns nicht in Scharnitz rauszuwerfen, sondern eine Station weiter mit nach Deutschland zu nehmen.
Teils mit Toaster, teils per Rad fahren wir im Dunkeln noch zum Campingplatz und treffen dort den gesamten Rest der Bande: Chris ist da, hat den ganzen Tag Wohnwagen aufgebaut, Birgit und Nine sind mit Jutta, Paula und Hanna auch am Nachmittag eingetroffen, die reservierten Plätze sind frei geblieben - alles Bestens!

t140705

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Es war mal wieder ein phantastisches Erlebnis, Super-Truppe, kein einziges Mal hatten wir Stress! In ähnlicher Besetzung in 2006 wieder!!!

 

Einkaufen Gries

Auffahrt Sattelberg

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Sattelberg Gipfel

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Brennergrenzkammstraße

auf der Brennergrenzkammstraße

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Abfahrt

Philipp schont seinen Popo

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vor der Enzianhütte

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zum Schlüsseljoch

Weg zum Schlüsseljoch

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1

Schlüsseljoch

Abfahrt vom Schlüsseljoch

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Abfahrt vom Schlüsseljoch

Auffahrt zum Pfunderer Joch

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Heinz kleines Blatt

Schlüsseljoch

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Auffahrt zum Pfundererjoch

Pfunderer Joch

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Richtung Weitental

Pension Hofer

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Pension Hofer

Pension Hofer

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Kinn

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Im Pustertal

DER Zaun

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1

DER Zaun

Ehrenburg

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Die Mittagspause...

Kronplatz-Trail

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Kronplatz-Trail

Chris mit Power

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Heuschober

Was ist das?

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Peitlerkofel

Phototapete

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Beim Frühstück

Enneberg

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Philipp

auf dem Weg zur Pederü-Hütte

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Bick auf die Pederü-Hütte

auf dem Weg zur Fanes-Hütte

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Mittagspause

Fanes

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Abstieg vom Col Locia

Abfahrt vom Col Locia

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Schmerzensmänner

Dolomiten

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Blick von der Pension

Philipp macht Pause I

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1

Sella

Sella

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Philipp

Pause

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Abfahrt vom Grödner Joch

Blume - aber welche?

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Sella

Panorama

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Abfahrt vom Grödner Joch

Philipp

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Philipp macht Pause II

Türkenbund

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Mittagspause

Langkofel und Plattkofel

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der blaue Tag

Heinz und Luis

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Vor dem Rif. Lancia

Chris

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Philipp macht Pause III

Rif. Lancia

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einer der Hüttenhunde

Plattkofel im Alpenglühen

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Rif. Dialer

Duron-Tal

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Duron-Tal

Blumen im Duron-Tal

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Duron-Tal

Blick von Moena zurück

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Philipp müde

auf dem Karer-Pass

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die Schlucht vor Bozen

Philipp am Bahnhof

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Warten auf den Zug

Im Zug

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Andi vor der Europabrücke

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